Misst das Landesamt für Denkmalpflege mit zweierlei Maß?

Misst das Landesamt für Denkmalpflege mit zweierlei Maß?

HBF-Vorplatz_ost_3_14-05-2016

Die Bauarbeiten haben den Natusteinsockel des Rüberbahnhofs von 1846 mit Resten des ursprünglichen Großkieselpflasters auf dem Vorplatz freigelegt. Offensichtlich ohne Sachkenntnis und ohne die übliche Einschaltung der Bauforschung hatte das Landesamt für Denkmalpflege hier einem imaginären „temporären Abbruch“ zugestimmt. Bild: C. O.

Leserbrief zum Artikel „Diese Qualität findet man in Bayern kaum noch“, Augsburger Allgemeine vom 28.5.2016

Unser oberster Denkmalpfleger, Herr Pfeil, warnt in einem ganzseitigen Interview davor das Große Haus des Augsburger Theaters zu beschädigen. Er spricht von einem „Juwel mit Signalwirkung“ und setzt sich für einen vollumfänglichen Denkmalschutz des Stadttheaters ein. Dass der Generalkonservator die heutige Fassade des Portikusbaus architektonisch den 30er Jahren zuordnet verwundert. Diese wurde erst von Walter Schmid zu der heutigen kargen Banalität purifiziert.

Beim Umbau vor dem Krieg blieben fast alle gestalterischen Elemente und Details erhalten, der Portikus wurde nur um zwei Achsen von ursprünglich drei auf fünf erweitert. Ein Blick in die Denkmalliste zeigt, dass das LFD selbst eine Rückbesinnung auf den Urzustand anstrebt indem es die Wiederaufstellung der Dichterplastiken, die derzeit in Lechhausen ein trauriges Dasein fristen, empfiehlt. Damit tritt sie also durchaus für eine Veränderung des Istzustandes ein. Welcher Aussage der Denkmalpflege ist nun aktuell zu folgen?

In diesem Zusammenhang frägt man sich warum das LFD bei einem anderen Augsburger Großprojekt, nämlich dem Bahnhof von Eduard Rüber (Ursprungsbau 1846) und Friedrich Bürklein (heutiges Erscheinungsbild 1869) keinerlei Skrupel hat einem „temporären Abbruch“ zuzustimmen. Aktuelle Grabungen am östlichen Bahnhofsvorplatz haben vor kurzem hochkarätige Denkmaldetails von Eduard Rüber (siehe Anlage) zu Tage gebracht. Offensichtlich waren im Vorfeld der MDA-Maßnahmen Substanzuntersuchungen unerwünscht. Sie hätten unweigerlich zu einer Ablehnung des Abbruchs führen müssen.

Nachdem beim Bahnhofsumbau aber politisch schon lange die Devise gilt „Augen zu und durch“ hält sich das LFD hier auffällig zurück, was möglicherweise höheren Wünschen entsprechen könnte. Wie in derartigen Fällen üblich, werden dann schnell Fakten geschaffen um den Abbruch zu forcieren und am Ende heißt es dann: „leider waren wir zu spät“. In solchen Fällen genügt dann eine Dokumentation fürs Archiv. Auch darf man aus Erfahrung annehmen, dass es am Bahnhof angesichts der rücksichtslosen Planung zu weiteren „unbeabsichtigten und nicht vorhersehbaren“ Schäden kommen wird. Nur gut, dass dann keiner verantwortlich ist.

Siehe auch: Sensationsfund am Hauptbahnhof (2016) und „temporärer“ Abriss von Mauerwerksbereichen im Mittelpavillon

Abdruck Leserbrief AZ, 1.6.2016

Straßenbahnlinie 5 zum Klinikum

Quelle: Schreiben von Herrn Wenninger an die Lokalredaktion der Augsburger Allgemeine, 28.4.2016

„Es gehört offenbar zur Politik der Stadtwerke, bereits vorhandene vernünftige Planungen aus früheren Jahren nicht mehr weiterzuverfolgen und durch neue, problembehaftete und meist wesentlich teuere Planungen zu ersetzen.“ Weiterlesen

trasse_01

Trassenvariante nördlich der Ackermannstraße

trasse_02

Trassenvariante nördlich der Ackermannstraße

Sensationsfund am Hauptbahnhof

Quelle: Architekturforum Augsburg e.V., 28.4.2016

Gleich zwei große Baumeister des 19. Jahrhundets sind die Erbauer unseres Augsburger Hauptbahnhofs; Eduard Rüber war der Schöpfer des Ursprungsbaues 1846. Georg Friedrich Christian Bürklein gab ihm 1869 sein heutiges Erscheinungsbild. Dadurch, dass der Bahnhof als Bürkleinbau berühmt wurde, nahm man nicht mehr war, dass in ihm das Gebäude seines Vorgängers steckt. Durch die Grabungsarbeiten zum Tunnel meldet sich aber Eduard Rüber mit einem hochkarätigem Denkmaldetail aus der Ursprungszeit zurück. Dieses jedoch ist dem “temporären Abbruch” preisgegeben.

Weiterlesen: http://www.architekturforum-augsburg.de/archives/3809#more-3809

Siehe hierzu auch: http://wp.me/p5xnlJ-fX

Die Linie 5 hat schon Verspätung

Quelle: Augsburger Allgemeine, Stefan Krog, 27.4.2016, siehe auch: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Strassenbahn-Die-Linie-5-hat-schon-Verspaetung-id37601587.html

linie5_1

Die Kreuzung von B 17 und Ackermann-Straße gilt als schwierigstes Problem bei der Planung der Tramlinie 5: Per Verkehrsmo-dell samt Computeranimation wollen die Stadtwerke nachweisen, dass auch künftig der Verkehr flüssig bleibt. Archivfoto: Anne Wall

Verkehr: Die Pläne für die neue Straßenbahn zum Klinikum sollten schon fertig sein, doch es dauert länger. Ein Grund sind Meinungsunterschiede mit Stadtbergen. Und es geht noch um einen Tunnel

Augsburg/Stadtbergen Die Planungen für die Straßenbahnlinie 5 vom Augsburger Hauptbahnhof zum Klinikum ziehen sich einige Monate länger hin als geplant: Die Stadtwerke arbeiten noch an den Planunterlagen, die sie bei der Regierung von Schwaben zur Genehmigung einreichen müssen. Einer der Gründe für die Verzögerung ist das Verkehrsmodell für das Augsburger Stadtgebiet, das die Stadtwerke parallel vorzulegen haben.

Zum einen muss in dieses Modell die Verlängerung der Straßenbahnlinie 3 nach Königsbrunn eingearbeitet werden (der Durchbruch dafür war erst vor wenigen Monaten erzielt worden), zum anderen gab es zuletzt Unstimmigkeiten mit der Nachbarstadt Stadtbergen wegen einiger Verkehrszahlen. Aus diesem Grund wurde eine Neuzählung in Auftrag gegeben, damit es zumindest hinterher keinen Streit gibt.

Dem Verkehrsmodell der Stadtwerke kommt in der ganzen Planung eine große Rolle zu. „Es ist ausschlaggebend für die Frage der Leistungsfähigkeit“, so Stadtwerke-Geschäftsführer Walter Casazza. Ähnlich wie an der Kaiserhofkreuzung am Königsplatz vor dem Umbau muss nachgewiesen werden, dass die geplanten Maßnahmen keinen Dauerstau auslösen – andernfalls wird die Regierung die Projekte nicht genehmigen.

Besonderes Augenmerk gilt dabei den Kreuzungen der Bürgermeister-Ackermann-Straße mit der B 17 und mit der Hagenmähderstraße/Kriegshaberstraße. Die neue Straßenbahnlinie soll auf der Bürgermeister-Ackermann-Straße, der Hauptausfallstraße ins westliche Umland (40 000 Fahrzeuge täglich), auf einem separaten Streifen in der Straßenmitte fahren. Die vier Autospuren sollen erhalten bleiben, aber etwas schmaler werden. Die Stadtwerke versprechen im Kreuzungsbereich mit der B17 eine Verbesserung, weil es hier aus dem Westen kommend zwei Linksabbiegerspu-ren geben soll – so verringert sich zu Hauptverkehrszeiten der Rückstau auf die Geradeausspur, der wiederum alle Autofahrer aufhält.

Doch in der Nachbarstadt Stadtbergen ist man nach wie vor skeptisch und befürchtet Verkehrsverlagerungen in den Ortskern, sollte die Planung der Stadtwerke nicht aufgehen. Solange das Verkehrsmodell nicht vorliegt, könne man keine fundierte Bewertung abgeben, sagt Bürgermeister Paulus Metz. Gleichzeitig sehe man gewisse Probleme auf Stadtbergen zukommen.

Metz fordert für die Ackermann-Straße eine durchgängige Abbiegespur zwischen Hagenmähderstraße und B17, um die Staugefahr zu senken. Was den Knoten mit der B17 betrifft, fürchte man eine Überlastung, wenn dieser auch noch Straßenbahnen verkraften muss. „Und faktisch sind die Ackermann-Straße und die B17 die Umgehungen für Stadtbergen. Wenn das nicht klappt, haben wir ein Problem.“

Die Stadtberger erneuern auch ihre Forderung nach einer Tramuntertunnelung der Kreuzung Hagenmähderstraße. „Wenn, dann sollte man eine gescheite Lösung finden.“ Metz will zudem, dass die Ackermann-Straße so gestaltet wird, dass sie für Tempo 60 fit bleibt. Die Stadtwerke-Überlegungen sehen momentan Tempo 50 vor, weil Trambahnen und Autos in unmittelbarer Nähe, wenn auch räumlich getrennt fahren. „Aber unser Gutachter sagt, dass eine grüne Welle bei Tempo 50 und Straßenbahnverkehr nicht klappt“, so Metz.

Die Stadtwerke verweisen darauf, dass man momentan noch in den Planungen steckt. Wenn das Modell vorliegt, so Casazza, kann aber anhand von Computeranimationen jeder sehen, wie die Verkehrsflüsse an einzelnen Kreuzungen laufen. Man gehe davon aus, dass der Verkehr fließen wird. Mit modernen Ampelschaltungen sei dies zu leisten.

Bei den Stadtwerken ist man nach wie vor von dem 62-Millionen-Euro-Projekt überzeugt. Für die Linie 5 rechnen sie mit rund 8000 Fahrgästen pro Tag. Die Buslinie 32, die dort heute verkehrt, befördert täglich etwa 3500 Fahrgäste. Die Neubauten auf dem Reese-Areal brächten neue Fahrgäste, zudem sei das Angebot mit der Tram im Fünf-Minuten-Takt besser als der Viertelstundentakt beim Bus. Dies werde Umsteiger bringen. Und die Umwandlung des Klinikums zur Uniklinik mit künftig mehr Personal und vor allem Studenten soll der Linie zusätzlichen Schub geben.

Im Rahmen der Genehmigung können Nachbargemeinden, aber auch alle Bürger Einwände gegen die Planung vortragen. Die Regierung muss dann abwägen und gegebenenfalls Nachbesserungen einfordern. Das kann vom Schallschutz bis zu Trassenänderungen gehen. Ein Thema werden die Baumfällungen in der Hessenbachstraße sein. Bei der Linie 6 gab es im Verfahren vor elf Jahren 1100 Einwendungen von privater Seite. An der Trasse als solcher änderte sich aber nichts.

Trotzdem steht hinter einem möglichen Betriebsstart im Jahr 2019 ein Fragezeichen, was nicht nur an der Verzögerung bei den Planungsunterlagen liegt. Doch es sind – trotz Workshops zur Bürgerbeteiligung – schon Klagen absehbar, sollte die Straßenbahn auf der geplanten Trasse über Pferseer Straße, Luitpoldbrücke und Hessenbachstraße zur Bürgermeister-Ackermann-Straße rollen.

Seitens von Bürgern im Thelottviertel ist eine Klage absehbar, in der Hessenbachstraße haben Anwohner schon Geld für einen Anwalt beiseite gelegt. Auch ein Bürgerbegehren wäre eine Möglichkeit, wobei es dafür aktuell keine konkreten Anzeichen gibt.

linie5_2

Geplanter Verlauf der Linie 5, AZ Infografik

Westlicher Vorplatz des Hauptbahnhofs

Bahnhofvorplatz West

Bahnhofvorplatz West, Bild: C.O.

Quelle: Stadtplanungsamt Augsburg, 25.4.2016

Ausstellung der überarbeiteten Entwürfe im Stadtplanungsamt Augsburg vom 28.04. – 13.05.2016

Die drei überarbeiteten Entwürfe für den westlichen Vorplatz des Hauptbahnhofes werden vom 28. April bis 13. Mai 2016 im Flur des Stadtplanungsamtes (Verwaltungsgebäude I, Rathausplatz 1, 86150 Augsburg) öffentlich ausgestellt. Eine Besichtigung ist während der Öffnungszeiten (Mo. – Mi. von 7.30 bis 16.30 Uhr, Do. von 7.30 bis 17.30 Uhr und Fr. von 7.30 bis 12 Uhr) jederzeit möglich. Die überarbeiteten Beiträge sowie weitere Informationen finden Sie ab dem 28. April 2016 auf dem Portal des Stadtplanungsamtes www.stadtplanung.augsburg.de

 

Baumfällung am Bahnhofsvorplatz

Stumpf_hbfvorplatz

Stumpf der gesunden Esche am Bahnhofsvorplatz

Quelle: Pressemitteilung der Freien Wähler, Volker Schafitel, 24.3.2016

Letze Woche wurde die größte Esche am Bahnhofsplatz gefällt. Der Baum war der letzte Rest der historischen Platzgestaltung und hatte bisher alle Umbaumaßnahmen am Bahnhofsplatz überlebt. Nun stand er der fehlgeplanten neuen Busausfahrt im Weg.

Trotzt der Aufforderung, die Planung am Bahnhofsvorplatz Ost zu überdenken (siehe Antrag vom 13.12.2015), werden jetzt anscheinend Fakten geschaffen, um für das umstrittene Neubauprojekt das Feld frei zu machen. Dies, obwohl bislang die Mängel der Planung noch nicht behoben wurden.

Auszug aus dem Auslobungstext des Wettbewerbs: Der Baumbestand ist gemäß der Baumschutzverordnung der Stadt Augsburg geschützt. Wesentliche grünplanerische Ziele im östlichen Bahnhofsumfeld sind:  Vitaler stadtbildprägender Baumbestand sollte möglichst in das Gestaltungskonzept integriert werden. In die Überlegungen sind die Bauphase und der spätere Unterhalt gründlich einzubeziehen.

Mit freundlichen Grüßen, Volker Schafitel, Stadtrat, Architekt

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier

Planungsstand Linie 5

Quelle: Pressemitteilung der Freien Wähler Augsburg, 23.3.2016

Bahnhofvorplatz West

Tunnelmund auf der Westseite des HBF

„Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

sollten Sie auch zu denen gehören, die durch die SWA bzw. die Stadtregierung nicht auf dem neuesten Stand der Planungen für die Linie 5 sind, möchten wir Sie hiermit auf den Kenntnisstand bringen, auf dem auch die Stadtratskollegen in den Randgemeinden sind.

Die Stadtwerke Augsburg rechnen bei der Planung der Linie 5, dass 10.000 Fahrten/Tag vom Auto auf den Bus oder die Straßenbahn verlagert werden.  Zusätzlich sollen 4.000 Fahrten aufgrund des guten ÖPNV-Angebotes generiert werden. Daraus errechnen die SWA Fahrtzeiteinsparungen für alle Fahrgäste pro Jahr von 1.2 Mio Stunden und eine Einsparung von 18.1 Mio PKW-Kilometer und deren Abgase.

Weiter sollen durch die Linie 5 bis zum Jahr 2025 Einwohner und Arbeitsplätze um 17% wachsen. Dies wären 2000 Einwohner und 600 Arbeitsplätze mehr.  Offensichtlich sind die Planungen, jedenfalls an den wichtigen Kreuzungsstellen, schon ziemlich ausgereift. Am Kreuzungspunkt mit der B17 werden die Auffahrtsspuren zur Ackermannstraße etwas verkürzt und die Lärmschutzwände zurückversetzt.“ Hier vollständige Pressemitteilung lesen