Aktuelle Baukosten Hauptbahnhof

Aktuelle Baukosten Hauptbahnhof

Quelle: Bürgerinitiative Rosenau- und Thelottviertel (e.V. in Gründung), 19.3.2017, Schreiben an den Stadtrat

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 20.11.2014 teilte Herr Dr. Casazza die neuen Zahlen innerhalb der öffentlichen Stadtratssitzung mit, nachdem bekannt wurde, dass die ursprünglichen Baukosten deutlich angestiegen waren. In der Presse war hierzu von einer „Kostenexplosion“ die Rede. Damals wurden die Kosten von geschätzten 116 Millionen Euro auf 181,6 Millionen Euro (zusammengesetzt aus: 143,5 Mio. Bau- und Planungskosten, 21,1 Mio. Projektmanagementkosten, 4,8 Mio. Ablösekosten, 7,2 Mio. städt. Anteile, 5 Mio. Unvorhergesehenes) angehoben, einhergehend mit einer dreijährigen Bauverzögerung.

Seit dieser Stadtratssitzung sind fast zweieinhalb Jahre vergangen, ohne dass neue Zahlen seitens der Stadtwerke zu diesem Bauvorhaben kommuniziert wurden. Mittlerweile sind sicherlich einige Teilprojekte, wie z.B. die Untertunnelung in der Halderstraße abgerechnet, so dass es wünschenswert wäre zu erfahren, ob die vorgesehenen Kostenrahmen eingehalten werden konnten. Wie schon in der Vergangenheit befürchten wir nach wie vor, dass der Bahnhofsumbau weitaus teurer werden wird als uns zuletzt im November 2014 kommuniziert wurde. So ging der Bund der Steuerzahler bereits in seinem Schwarzbuch 2015 von circa € 300 Millionen aus, was einer Verteuerung von ca. 150 Prozent entspricht.

Aktuell bereiten uns unter anderem folgende Umstände Sorge:

  1. Weitgehend von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen, fanden zwischen dem 26.9.2016 bis 11.12.2016 fast durchgängig Nachtarbeiten am Bahnhof West, Höhe Sebastian-Buchegger-Platz statt. Die Stadtwerke sind terminlich in Verzug geraten und konnten die 3 Jahre im Voraus angemeldeten Gleissperrpausen offensichtlich nicht ohne zusätzliche Nachtarbeiten einhalten. Wie der ursprüngliche Bauzeitenplan (Planfeststellungsbeschluss vom 09. Dezember 2011, Geschäftszeichen: 23-3623.2/68, Anlage 04.5.2) zeigt, war der Baubeginn am Tunnel West vor den Arbeiten am Tunneleingang Ost geplant. Aber erst im Dezember 2014, also mit über einem Jahr Verspätung, wurde mit dem Freiräumen des Baugeländes (Abbruch der Bahngebäude) begonnen. Für diesen verspäteten Baubeginn könnte die politische Entscheidung, mit der Maßnahme, entgegen dem ursprünglich vorgesehenen Ablauf, auf der Ostseite zu beginnen, verantwortlich sein. Möglicherweise wollte man so Fakten schaffen, um das damalige Bürgerbegehren ad absurdum zu führen. Jedenfalls zeigt die Grafik, dass das Abweichen von der ursprünglichen Bauzeitenplanung, wohl für die erforderlichen Nachtarbeiten ursächlich sein dürfte. Die nicht eingeplanten Nachtarbeiten (2,5 Monate) haben aller Wahrscheinlichkeit nach zu deutlich erhöhten Ausgaben geführt, die bisher in keinster Weise bekannt gegeben wurden.
  2. Nachdenklich stimmt uns auch die Aussage von dem neuen Bahnhofsmanager Herrn Christ, der anlässlich eines Vortrages bei einer Veranstaltung der Pro Bahn am 28.11.2016 von „ein schwieriges Miteinander (Bahn, Stadt, Stadtwerke) und „ein sehr schwieriges Projekt“ sprach. Bereits im November 2014 war bekannt, dass es „Auseinandersetzungen zwischen Bahn und Stadtwerken“ (AZ, 7.11.14) gibt. Offensichtlich scheint die Zusammenarbeit der beteiligten Partner nach wie vor nicht gerade zum Besten zu stehen. Dieser Umstand kann sich unserer Ansicht nach für eine erfolgreiche Abwicklung eines Bauprojektes in dieser Größenordnung nur kontraproduktiv auswirken, so dass weitere Terminverzögerungen und Kostensteigerungen mehr als wahrscheinlich sind.
  3. Bei selbigem Vortrag von Herrn Christ haben wir erfahren, dass erst nach den beendeten MDA-Baumaßnahmen, derzeit also etwa 2023, mit den Arbeiten der Bahn begonnen wird. Damit wird sich die endgültige Fertigstellung des Bahnhofes um weitere Jahre verzögern.
  4. Wie zu hören war sind allein für die Errichtung von den verschiedenen Containern an den Bahnhofsbaustellen mehr als 6 Millionen Euro veranschlagt. Es fällt uns schwer zu glauben, dass diese Summe in der ursprünglichen Kalkulation mit berücksichtigt wurde.
  5. Bereits im November 2014 haben wir auf den viel zu niedrig angesetzten Puffer von 5 Millionen Euro für „Unvorhergesehenes“, also gerade mal 3% der (damaligen) Baugesamtsumme hingewiesen. Die Realität liegt nach Ökonom Bent Flyvbjerg bei 28% der Baukosten. Unserer Vermutung nach, dürfte also der 5 Mio-Puffer längst „verpufft“ sein.

Nachdem Herr Dr. Casazza in der damaligen Stadtratssitzung betont hat, dass „die Transparenz in diesem Projekt oberstes Gebot (ist)“ ist es längst an der Zeit für einen aktuellen Zwischenbericht.

Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren, wir Bürger und die Öffentlichkeit sollten, zumindest nach unserem Verständnis, regelmäßig über den aktuellen Kostenstand vollständig und transparent unterrichtet werden.

Wir möchten Sie daher bitten, oben genannte Thematik in einer zeitnahen öffentlichen Stadtratssitzung zu behandeln.

Wir bedanken uns für Ihre Bemühungen und verbleiben

Mit freundlichen Grüßen

Bürgerinitiative Rosenau- und Thelottviertel (e. V. in Gründung), Augsburg

Verteiler: Stadtrat, Stadtwerke, Referat Oberbürgermeister, Regierung von Schwaben, Bund der Steuerzahler, Bundesrechnungshof, BMVI, lokale Medien

Die Autos sind nicht weg, sie fahren in Wohnvierteln

Quelle: Augsburger Allgemeine, Leserbriefe, 28.2.2017

Zum Artikel „So bewältigt Augsburg den Verkehr in Zukunft“ vom 25. Februar: Der Artikel prophezeit eine weitere Verkehrszunahme, bringt aber keine neuen Aufschlüsse zum Thema der Überschrift. Herr Krog hebt hervor, dass die Verkehrsumlegung am Königsplatz ohne große Probleme abging. Im Absatz vorher führt er allerdings aus, dass genau dieser Verkehr heute die Rosenaustraße verstopft! Es war also eine geplante Verlagerung aus der breiten, heute toten Fuggerstraße in unser Wohnviertel, wo sich inzwischen täglich über 20 000 Fahrzeuge in den engen Straßen stauen.

Bereits 2011 hatte die Stadt dazu die Notwendigkeit einer Entlastungsstraße erkannt und deren Planung beschlossen, seither passiert ist: nichts! War dies nur eine Posse der Stadt? Wir fordern nun diese zum Verkehrswegeplan gehörige Entlastung. Diese soll auch nicht mehr Verkehr anziehen, sondern den motorisierten Verkehr aufnehmen, der zuvor über den Königsplatz und heute zwischen unseren Wohnhäusern fährt. Der dadurch freigegebene Platz kann zur Straßenbahnführung nach dem neuen Bahnhofstunnel genützt werden.

Auch wenn wir kein Freund von Flächenverbau sind, ergibt sich hier eine dringende Notwendigkeit zur Führung des motorisierten Verkehrs, denn die Autos vom Kö sind nicht weg, sie fahren nur jetzt in unseren Wohnvierteln. Andreas von Mühldorfer, Bürgerforum Rosenau- und Thelottviertel (e. V. in Gründung), Augsburg

Stadt greift Bahn wegen gefällter Bäume an

Quelle: Augsburger Allgemeine, Michael Hörmann, 24.2.2017

Natur Nachdem am Hauptbahnhof drei Bäume umgesägt wurden, läuft nun ein Verfahren gegen die Bahn. Auch der vierte kommt bald weg. Eine andere Abholzaktion verlief dagegen wie geplant

Die vier Bäume am Bahnhofsvorplatz sind nicht mehr zu retten. Drei sind bereits gefällt, der einzig stehende Baum kommt weg. Wegen der Fällungen, die von einem Gutachter als zwingend angesehen werden, greift die Stadt jetzt die Deutsche Bahn an. Die Bahn trägt die Verantwortung für die Bauarbeiten. Für die Fällung müsse sie geradestehen, sagt Umweltreferent Reiner Erben (Grüne). Weiterlesen in der Augsburger Allgemeine

Siehe hierzu auch den folgenden Leserbrief in der Augsburger Allgemeine, 24.2.2017:

Steinwüste löst grünen Bahnhof ab

Zu den gefällten Bäumen am Hauptbahnhof: Als einer der letzten grünen Großbahnhöfe in Deutschland empfängt nun auch die Umweltstadt Augsburg ihre Gäste mit einer Steinwüste. Wolfgang Hauk, Augsburg

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Streit um gefällte Bäume am Hauptbahnhof

Quelle: Augsburger Allgemeine, Eva Maria Knab, 23.2.2017

ÖDP-Stadtrat spricht von erhaltenswerten Bäumen und fordert harte Konsequenzen. Die Bahn beruft sich auf eine städtische Genehmigung. Doch die Stadt hüllt sich in Schweigen

Hat die Deutsche Bahn vor dem Augsburger Hauptbahnhof unzulässigerweise drei kerngesunde alte Bäume abgeholzt? Diese Frage ist zum Streitfall geworden. Laut Stadtrat Christian Pettinger (ÖDP) hat das Unternehmen einen Baumbestand gefällt, den die Stadt zuvor als erhaltenswert eingestuft habe. Die DB widerspricht. Weiterlesen in der Augsburger Allgemeine

Siehe auch: abholzung-von-grossbaeumen-auf-dem-augsburger-bahnhofsvorplatz

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Abholzung von Großbäumen auf dem Augsburger Bahnhofsvorplatz

Quelle: Presseerklärung zur Abholzung der Großbäume auf dem Augsburger Bahnhofsvorplatz, Christian Pettinger, Stadtrat der ÖDP Augsburg, 21.2.2017

Und wieder ist es passiert: ein Bauträger – in diesem Fall die Deutsche Bahn – hat einige alte und bis vor kurzem noch kerngesunde Großbäume durch Bauarbeiten so stark geschädigt, dass sie nun am vergangenen Dienstag gefällt werden mussten. ÖDP-Stadtrat Christian Pettinger ist entsetzt: „Wer hat hier gepennt? Wie kann es passieren, dass auf einer Renomierbaustelle der Stadtregierung Bäume sterben müssen?“ Entweder sei hier die Baugenehmigung völlig unzureichend ausgeführt worden oder die Kontrolle durch die Naturschutzbehörde hätten versagt. Umgehende Aufklärung verlangt Pettinger jetzt von OB Gribl: in der Stadtratssitzung am Donnerstag soll dieser den Fragenkatalog des ÖDP-Mannes beantworten. Siehe hierzu auch die Anfrage von Herrn Pettinger an den Oberbürgermeister der Stadt Augsburg, Herrn Dr. Gribl

Pettinger will u.a. wissen, ob der Bauträger gegen Auflagen der Stadt verstoßen habe. „In diesem Fall müssen entsprechende Konsequenzen gezogen werden. Jetzt ein Auge zuzudrücken ist das völlig falsche Signal. Der Schmusekurs mit den Bauträgern im Stadtgebiet dauert eh schon viel zu lang.“ Erst vergangenes Jahr war es in Göggingen in der Bgm.-Aurnhammer-Straße zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. Bis heute ist noch nicht restlos aufgeklärt, wer für den damaligen Baumfrevel verantwortlich war. „Es muss für Bauträger in Zukunft klar sein, dass sie mit saftigen Strafen rechnen müssen, wenn sie gegen die Auflagen zum Baumschutz verstoßen. Aufklärungsarbeit scheint in diesem Zusammenhang eher die Wirkung zu verfehlen,“ so Pettinger.

Christian Pettinger
Stadtrat der ÖDP

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Wie es am Hauptbahnhof weitergeht

Quelle: Augsburger Allgemeine, Stefan Krog, 18.2.2017

Die Arbeiten sind bald für die Fahrgäste spürbar, denn die Bahnhofshallen und die zentrale Unterführung werden gesperrt. Und das Gebäude muss aufwendig gestützt werden, da es unterhöhlt wird

Am Hauptbahnhof werden die Bauarbeiten in diesem Jahr in die wohl komplexeste Phase gehen. Die Bauarbeiter unterqueren mit dem Bahnhofstunnel das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude. Zudem starten die Bauarbeiten für einen neuen Bahnsteig ganz im Westen des Hauptbahnhofs. Weiterlesen in der Augsburger Allgemeine

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Neubau der Ackermann-Brücke kommt voran

Quelle: Augsburger Allgemeine, Stefan Krog, 4.1.2017

Für den neuen Überweg sind bereits wichtige Teile installiert. Damit dort auch die Straßenbahnlinie 5 Platz hat, wurde eine verbreiterte Betondecke bestellt. Die Ursache für den Einsturz der alten Brücke ist noch offen

An der Ackermann-Brücke über die Wertach geht es mit dem Neubau voran. Noch im alten Jahr wurden die tonnenschweren Stahlträger, die die neue Brücke über die Hessenbachstraße tragen werden, mit einem Autokran auf das Widerlager und einen Pfeiler gehoben. Weiterlesen in der Augsburger Allgemeine

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